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Sächsisches Taufgelöbnis – fast freiwillig zwangsgetauft

Das Sächsische Taufgelöbnis

In dieser Folge geht es um neben dem Sächsischen Taufgelöbnis um einen hartnäckigen Volksstamm, einen “not amused” Karl und um einen wunderschönen Text in altsächsischer Sprache, der für nicht so wunderschöne Zwecke genutzt wurde.

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Text und Übersetzung

Hier stelle ich dir den altsächsischen Text sowie die Übersetzung zur Verfügung; beides ist aus: Müller, Stephan: Althochdeutsche Literatur. Eine kommentierte Anthologie, zweisprachig, Reclam, Stuttgart 2007. 

 

Forsachistu diobolae?

et respondet: ec forsacho diabolae.

end allum diobolgeldae?

respondet: end ec forsacho allum diobolgeldae.

end allum dioboles uuercum?

respondet: end ec forsacho allum dioboles uuercum and uuordum, Thunaer ende Uuoden ende Saxnote ende allum them unholdum, the hira genôtas sint.

Gelobistu in got alamehtigan fadaer?

ec gelobo in got alamehtigan fadaer.

Gelôbistû in Crist, godes suno?

ec gelobo in Crist, gotes suno.

Gelobistu in halogan gast?

ec gelobo in halogan gast.

Sagst du dem Teufel ab?

und er antwortet: ich schwöre dem Teufel ab.

und jeder Art von Teufelsgeld [Opfer]?

er antwortet: und ich schwöre jedem Teufelsgeld ab.

und allen Werken des Teufels?

er antwortet: und ich schwöre ab allen Werken des Teufels und den Worten, Donar und Wotan und Saxnot und allen den Teufeln, die ihre Genossen sind.

Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?

ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater.

Glaubst du an Christus, den Sohn Gottes?

ich glaube an Christus, den Sohn Gottes.

Glaubst du an den Heiligen Geist?

ich glaube an (den) Heiligen Geist.

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6 Gedanken zu „Sächsisches Taufgelöbnis – fast freiwillig zwangsgetauft“

  1. Hallo Katrin,
    Irgendwie habe ich kürzlich hergefunden. Ich glaube es war bei Facebook, wo ich über Irmimi stolperte. Hab dann neugierigerweise Google befragt, was es denn damit wohl auf sich hat und schon war ich hier. Sehr schönes Konzept, die Handschriften in ihrem jeweiligen Kontext vorzustellen! Und die Art wie du die Themen aufbereitest und präsentierst sorgt dafür, dass das Thema nie zu beige, dröge und spröde wirkt, obwohl das bei so uraltem Pergamentgedöns doch irgendwo in der Natur der Sache läge.
    Ich höre auch ganz allgemein sehr gerne mal Geschichtspodcasts. Irmimi passt da sehr gut zwischen Geschichten aus der Geschichte, Troja Alert und Dan Carlin’s Hardcore History. Hast du zufällig noch Tipps für weitere? Gerade die zwei letzteren veröffentlichen ja nur selten neue Folgen (die sind dafür dann gerne mal etwas umfangreicher in allen Belangen), daher bin ich manchmal etwas unterversorgt.

    P.S. Waren die Hexenprozesse nicht vor allem ein Thema, mit dem sich die weltliche Gerichtsbarkeit auseinandergesetzt hat? Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Kirche sie zunächst lange durchaus kritisch gesehen hat und auch Heinrich Kramer sich keiner übergroßen Beliebtheit erfreute. Wenn so eine Hexe im Nebenberuf Ketzerin war, sah die Sache natürlich anders aus.

    1. Hallo Christian,
      lieben Dank für deinen Kommentar und schön, dass du hergefunden hast! 😊 Ich gebe mein Bestes, da weiter spannende Inhalte zu liefern – am Ende vergisst man, dass das Wissen ja irgendwo mal gestanden haben muss, das wir heute haben 😉
      Gerne empfehle ich dir noch weitere Podcasts – erst einmal danke für deine Tipps, Troja Alert und Dan Calin’s Hardcire History kannte ich gar nicht!

      Hier die Geschichts-Podcasts, die ich gerne höre:
      – Déjà-vu-Geschichte-Podcast von Ralf Grabuschnig https://ralfgrabuschnig.com/
      – Anno PunktPunktPunkt: https://anno-punktpunktpunkt.de/
      – HerStory: https://herstorypod.de/
      – His2Go https://www.his2go.de/
      – Wrint: https://wrint.de/
      – Heldendumm: https://heldendumm.de/

      Ich hoffe, da ist was dabei 😉

      Zu den Hexenprozessen: Ja, die Hexenprozesse sind ja an und für sich ein Phänomen der frühen Neuzeit; zwischen dieser und dem frühen Mittelalter liegen natürlich ein paar Jahrhunderte 😊
      Ja stimmt, der Hexenhammer wurde wohl auch zu Kramers Lebzeiten kritisiert, ich habe da auch mal irgendeine Doku gesehen, einen Artikel gelesen, einen Podcast gehört (?) … da müsste ich noch mal etwas kramen. Falls du das, was du gelesen hast, findest, gerne hier teilen 🙂
      Aber diese Differenzierung und der zeitliche Abstand sind hier natürlich sehr wichtig, die Verbote in der Capitulatio de Partibus Saxoniae waren (m. E.) auch keine so organisierten Prozesse in dem Sinne – hier müsste man vermutlich auf eine Definitionsebene gehen und das nebeneinanderstellen. So oder so: Auf jeden Fall danke für die Anmerkung, dieser Punkt hat Potenzial, nochmal behandelt zu werden!

      Vielleicht auch noch ganz interessant zum Hexenglauben der Altsachsen: Deren Glaube an die sogenannte striga (fleischfressende Hexe), da lese ich mich aber auch noch ein. Hier ein ganz netter Beitrag dazu: https://andersnichtartig.com/2020/08/30/fragment-no-7-eine-striga-sei-und-menschen-verzehre/
      Dazu scheibt eine Bekannte auch aktuell eine Dissertation!

      Nochmal danke für dein Feedback und deinen Input!

      1. Danke für die Tipps! Da ist bestimmt was für mich dabei.

        Ja, die Hexenprozesse und das frühe Mittelalter liegen ähnlich weit auseinander wie die unbeugsamen Gallier und die widerspenstigen Sachsen. Aus unserer Perspektive heute ist das zwar alles einfach echt lange her, aber trotzdem ist der zeitliche Abstand gewaltig.

        Die Striga sind ja spannend! Ich habe nach dem Beitrag noch mal quer durch Wikipedia gelesen. Es gibt sie demnach in großen Teilen Europas. Auf Latein gibt es Striga, griechisch Strix, italienisch strega, rumänisch Strigoi, polnisch Strzyga, albanisch shtriga und auf französisch gibt es stryge. Böse Vogelfrauen, die Zauberkräfte haben, Blut trinken und Kinder fressen. Der Ursprung liegt wohl in der römischen Mythologie. Oder gab es die Vorstellung solcher Wesen schon vorher und es wurde dann nur der Begriff von den Römern übernommen?

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