Inhalt
00:00:00 Vorgeplänkel
00:14:40 Thema der Folge
Im 12. Jahrhundert malt sich eine Frau namens Guda in einen verzierten Buchstaben und schreibt dazu: Sie hat dieses Buch geschrieben und gemalt. War sie eine Ausnahme? Oder sehen wir nur sie und den Rest nicht?
Ein Forschungsteam hat 2025 zum ersten Mal nachgezählt, wie viele mittelalterliche Handschriften von Frauen abgeschrieben wurden. Grundlage sind Kolophone, also kurze Notizen am Ende einer Handschrift, in denen sich die Schreibenden manchmal verewigt haben. Das Ergebnis: Von 23.774 Notizen stammen mindestens 254 sicher von Frauen, also rund 1,1 Prozent. Hochgerechnet könnten Frauen im Mittelalter über 110.000 Bücher abgeschrieben haben, und rund 8.000 davon müssten heute noch existieren.
Wir klären den Unterschied zwischen Autorin und Schreiberin und lernen Birgitta kennen, die ihr eigenes Werk nicht ganz so gelungen fand. Außerdem geht es darum, warum die 1,1 Prozent nur eine Untergrenze sind. Und warum die spannendste Erkenntnis der Studie keine Entdeckung ist, sondern eine Lücke.
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